Ist Ihr Dorf enkeltauglich?

IMG_6891Wenn Sie wissen wollen, wie es um die Zukunft in Ihrem Dorf (beziehungsweise Ortsteil, Gemeinde oder Stadt) um die Zukunft bestellt ist, fragen Sie einfach die Kinder und Jugendlichen: Wer von ihnen möchte später gern im Dorf in dem er aufgewachsen ist bleiben, wer nach seiner Ausbildung wieder dort arbeiten, eine Familie gründen und Kinder aufziehen? Fragen Sie die jungen Erwachsenen, die aus dem Dorf in die Städte zum Studieren gezogen sind, ob und wann sie wieder zurückkommen.

Wenn wir unsere Dörfer fit für die Zukunft machen wollen, brauchen wir eine neue Beziehungs- und Planungskultur, die von gegenseitiger Wertschätzung und Anerkennung der Bemühungen der einzelnen Bürger getragen ist. Diese neue Kultur des Miteinanders und der Teilung der Verantwortungen sollte die Anliegen von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt stellen, damit sie ihr Dorf als „Adlerhorst“ begreifen, in dem sie Flügel bekommen haben und als Gestalter der gemeinsamen Zukunft herangewachsen sind.

Sollten die Jugendlichen stattdessen ihr Dorf als „Hühnerhof“ empfinden, in dem jeder froh ist, überhaupt noch ein Korn zu finden, wird es wohl dringend Zeit, dass sich die ganze Dorfgemeinschaft aktiv mit der Aufgabe – Unser Dorf wird enkeltauglich – befasst und ein Konzept mit konkretem Fahrplan in die Zukunft erarbeitet.

Dieser Fahrplan muss natürlich alle Gruppen und alle Generationen begeistern und zum Mitmachen anregen. Jeder soll sich wiederfinden, jeder wird gebraucht. Offene Ideen- und Dorfwerkstätten, die alle zum Mitmachen einladen, sind dabei ein gutes Mittel. Gute Planungen leben von dem Blick und den Erfahrungen der unmittelbar Beteiligten.  Wir als Planer begleiten Sie gern dabei in lebendigem Austausch als Moderatoren, Fachberater und Koordinatoren zwischen Dorfgemeinschaft und Gemeindeverwaltung, Versorgungsunternehmen, Aufsichts- und Fachbehörden.

Quelle: Text frei nach Gerald Hüther: Kommunale Intelligenz, edition Körber-Stiftung, Hamburg 2013

Hier gibt es Brandaktuelles:         

3 Kommentare zu Ist Ihr Dorf enkeltauglich?

  1. Sibic Anja sagt:

    Guten Tag Herr Lüdeling,

    ich bin aus Neugier auf Ihre Seite gekommen, weil Sie auf meinem Blog „www.permawelt.de“ einen Kommentar zum Brunnenbauen geschrieben haben, über den ich sehr dankbar bin.
    Ich bin sehr überrascht, und beeindruckt, dass es solch eine Entwicklungsstätte wie die Ihre gibt! Schön und beruhigend das zu wissen!

    Herzliche Grüße
    Anja Sibic

  2. Axel Beck sagt:

    Der Denkansatz ist gut. Allerdings vermisse ich die Möglichkeit für Bürger, sich online zu beteiligen. Nicht jeder hat die Zeit, abends an Sitzungen teilzunehmen. Warum gibt es keine Möglichkeit, online Vorschläge zur Verbesserung der Lebensqualität einzureichen?
    Vor allem jüngere Menschen könnte man auf diesem Weg viel besser erreichen. Und das ist genau die Zielgruppe, für die die Dorfentwicklung am wichtigsten ist.
    Und hier gleich mein Vorschlag: Tut mehr für Kinder und Jugendliche. Wo sollen z.B. in Lahde Jugendliche hin? Es gibt hier kein Jugendzentrum oder ähnliches, wie in anderen Dörfern dieser Größe. Am schönsten wäre ein generationenübergreifendes Kulturzentrum.
    Grüße
    Axel Beck, Bierde

    • HartmutLuedeling sagt:

      Hallo Herr Beck,
      Ihr Vorschlag ist gut und betrifft vor allem das Projekt des Integrierten kommunalen Entwicklungskonzepts (IKEK) in Petershagen, Nordrhein-Westfalen. Wir werden ihn künftig umsetzen. In Petershagen-Windheim findet am 28.03. um 17:00 Uhr im Haus Curia für den Stadtteil Mitte ein spezieller Jugendworkshop statt – Ideen beim Pizzaessen… Die bisherigen Stadtteilwerkstätten in Petershagen sind bereits äusserst ergiebig und wir erkennen eine Fülle von hochinteressanten Projekten, die am liebsten alle innerhalb der nächsten 5 Jahre umgesetzt werden möchten… Daraus die tragfähigsten und förderlichsten herauszufiltern ist die gemeinsame Aufgabe der nächsten Monate.
      Mich freut vor allem, dass wir bisher in jeder Stadtteilwerkstatt interessierte Jugendliche gewinnen konnten, die bereit sind, an der konkreten Ausgestaltung des IKEK für Petershagen mitzuwirken.
      Ansonsten sind bzw. werden alle Jugendlichen und Interessierte zum 1. IKEK-Forum am 6.4.2017, 18:30 Uhr ins Schulzentrum Lahde (Aula) eingeladen. Dort werden wir noch weitere Projektvorschläge sammeln.
      Ich würde mich freuen, Sie dort auch begrüßen zu können.

      Beste Grüße nach Bierde
      Hartmut Lüdeling

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.