1. IKEK-Forum Hofgeismar

Mehr als nur schnelles Internet

Landkreis, Stadt, Dörfer und Planungsbüro vertreten – die Diskussionen können weiter gehen! Von links nach rechts: Helge Jung, Dirk Lindemann, Rainer Hofmeyer, Hartmut Lüdeling, Uwe Tschachtschal, Bürgermeister Markus Mannsbarth, Ingo Pies , Monika Grebing, Regine Bresler, Dirk Hofmann, Walter Grebing, Franziska Stallknecht

…braucht es, um ein Dorf zukunftsfähig zu machen – das war gewiss die Meinung der rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ersten ortsübergreifenden IKEK-Forums am 24.06.2019 im Dorfgemeinschaftshaus Carlsdorf. Am Montagabend ging es darum, Entwicklungsziele für Hofgeismars Dörfer zu setzen. Unter dem Motto „Hofgeismars Dörfer 2030“ sollten die Anwesenden erarbeiten, was sie für die Zukunft erreichen wollen, um ihre Dörfer langfristig zu stärken und lebenswert zu gestalten.

Worum es geht

Die entsprechenden Motivationsreden zur Beteiligung lieferten Bürgermeister Markus Mannsbarth und Dirk Hofmann vom Landkreis Kassel, indem beide nochmals verdeutlichen, dass es um die gesamte Dorfgemeinschaft geht – und somit um das Wohl jedes einzelnen und seiner Nachfolger und die Stimme des jeden einzelnen somit wichtig ist. Nach kurzem Fakteninput über die Stärken, Schwachstellen der Dörfer und ersten Handlungsbedarfen seitens des Planungsbüros, welches die IKEK-Prozesse mit betreut, ging es direkt in die heiße Arbeitsphase.

Drei Arbeitsgruppen

In drei Arbeitsgruppen zu den Themen „Versorgung & Gebäude“, „Landschaft & Naherholung“ und „Gemeinschaft & Vernetzung“ sollten dann Entwicklungsziele, auch ortsübergreifend, betitelt werden – dabei ging es nicht nur um erste Visionen, sondern auch um die Wegbereitung für künftige Projekte. Nach etwa einer Stunde Arbeitsphase mit reichlich Diskussionen und einer kurzen Pause wurden die Ergebnisse der einzelnen Arbeitsgruppen vor allen Anwesenden präsentiert. Ziele für Hofgeismars Dörfer 2030 sind unter anderem die Stärkung der Dörfer durch: die Gestaltung von Dorfmittelpunktes, das Ermöglichen einer bedarfsgerechten langfristigen Versorgung, aber auch der Umgang mit Leerstand und die Gestaltung in der Landschaft stehen auf der Agenda – hier merkte der eine oder andere schnell, dass es bei einzelnen Themen Überschneidungen und Verflechtungen gab, was für ein IKEK typisch ist – es geht nicht um eines allein, sondern immer um das gemeinsame Ganze.

Nächster Termin

Mit welchen konkreten Projekten die Entwicklungsziele erreicht werden sollen, soll beim nächsten IKEK-Forum am 12.08.2019 um 19 Uhr im Mehrgenerationenbahnhof Hümme diskutiert werden – auch hier sind die Bürgerinnen und Bürger Hofgeismars Dörfer sehr herzlich eingeladen.

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Hofgeismar startet ins IKEK

Hofgeismar, 21.03.19 kL.
IKEK steht für Integriertes-Kommunales-Entwicklungs-Konzept und betrifft im ländlichen Raum alle Bürger/innen. Doch wie kann so ein auf den ersten Blick trockenes Thema spannend sein oder sogar Begeisterung auslösen?

Auftaktveranstaltung

An die 60 interessierte Bürgerinnen und Bürger aus den Ortsteilen von Hofgeismar haben sich am Donnerstagabend in der Stadthalle der Kernstadt zusammengefunden, um an der Auftaktveranstaltung für das IKEK teilzunehmen. Dies war der Startschuss für den Prozess, der alle Akteure in den nächsten 12 Monate beschäftigen wird. Dafür ist die Beteiligung und Begeisterung der Bürgerinnen und Bürger unverzichtbar.
Die Begrüßung übernahm Bürgermeister Markus Mannsbarth, der sich über Aufnahme Hofgeismars in das hessische Dorferneuerungsprogramm sichtlich freute. Hofgeismar ist damit eine der acht hessischen Kommunen, die 2018 für die Erstellung eines IKEK ausgewählt wurde. Dieses dient der Gemeinde als Fördergrundlage für Mittel der Dorferneuerung für Projekte in den Ortsteilen. Projekte, die von den Bürgerinnen und Bürgern im Laufe des kommenden Prozesses gemeinsam mit den fachlichen Beratern und der Gemeinde entwickelt werden sollen. Maßgeblich für den positiven Ablauf ist das Wirken der Steuerungsgruppe, die aus Vertretern der einzelnen Orte sowie den Beauftragten für Behinderte und Jugend besteht, die von Frau Grebing einzeln vorgestellt wurden.

Förderungen
Dirk Hofmann vom Servicecenter Regionalentwicklung des Landkreises Kassel sowie Dirk Lindemann, Mitarbeiter im Bauamt, stehen den Teilnehmern für die Beantwortung der Fragen zur Verfügung, ebenso Helge Jung und Hartmut Lüdeling von dem betreuenden Planungsbüro ARGE Dorfentwicklung. Gemeinsam erläuterten sie die Chancen der Dorferneuerung und gingen auf die Förderangebote für die kommunalen und privaten Vorhaben ein. Hofgeismar kann dabei auf einen erhöhten Fördersatz von 75 % der förderfähigen Nettokosten hoffen – auch der Ortsteil Hombressen kann trotz seiner Teilnahme am Dorferneuerungsprogramm in den letzten Jahren in den Genuss der privaten Förderung kommen, da die Richtlinie entsprechend geändert wurde. Private Vorhaben an Gebäuden im festgelegten Förderbereich der Ortskerne sind bereits mit 35 % bis zu einer Höhe von 35.000 € bzw. 45.000 € (Kulturdenkmäler) dabei.

Bürgerschaftliches Engagement als Motor
Herr Lüdeling, Geschäftsführer des Planungsbüros, betont die Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements in der Dorfentwicklung. „Es geht hier um eigene Projekte, um Ihre Projekte.“, ermuntert er die Anwesenden.
Der demografische Wandel steht bevor, eine Konzentration auf die sozialen Stärken der einzelnen Dörfer ist wichtiger denn je. Vor diesem Hintergrund stellt der Gastreferent Klaus Schmücker ein Projekt aus seinem Heimatort Ostwig im Hochsauerlandkreis vor. Eine Dorfkneipe, „Kumm rin – Die Hofschänke“. Durch viel Eigenengagement der Ostwiger und des ersten, mutigen Schrittes zur Investition seitens Carl Ferdinand von Lüninck ist die kleine Gaststätte im Jahr 2012 entstanden. Knapp sieben Jahre später stellt sie das absolute Highlight des Ortes dar. Durch die kluge Leitung des Heimat- und Fördervereins Ostwig hat sich eine neue Dorfidentität bilden können, auf die die Ostwiger stolz sein können. Der Ideenanstoß des Ostwigers Ehrenamtskneipers wird mit Applaus und zustimmendem Kopfnicken kommentiert. Ob die Idee einer Ehrenamtskneipe wohl ein Modell für manche Ortsteile sein kann?

Bis weit über die offiziell angesetzte Uhrzeit finden sich die TeilnehmerInnen der Veranstaltung immer wieder in kleineren Gruppen zusammen – es wird vielseitig diskutiert: über Fördermittel, Dorfgemeinschaftshäuser und Projekte in den einzelnen Ortsteilen. Die ersten Ideen haben merklich Begeisterung geweckt und es wird ein spannender Prozess erwartet.

Aktuelle Informationen rund um das Thema IKEK finden Sie auf der Homepage der Gemeinde unter www.hofgeismar.de.

Ansprechpartner:

Stadt Hofgeismar, Markt 1, 34369 Hofgeismar
Dirk Lindemann, Tel.: 05671 999052, email: dirk.lindemann@stadt-hofgeismar.de

ARGE Dorfentwicklung GbR, Bad Meinberger Str. 1, 32760 Detmold
Helge Jung, Tel.: 05231 / 4536571, email: hj@dorf-konzepte.de
Hartmut Lüdeling, Tel.: 05231 / 4536526, email: hl@dorf-konzepte.de
Mandy Wolters, Tel.: 05231 / 9437158, email: mw@dorf-konzepte.de

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So ist Landarzt eine echte Herausforderung

Dieses Video fanden wir in der Hessenschau. Da uns die Gemeinde Gilserberg mit der Erarbeitung eines Integrierten kommunalen Entwicklungskonzepts (IKEK) beauftragt hat, steht auch das Thema der medizinischen Versorgung auf der Tagesordnung. Vielleicht wird es den beiden engagierten Medizinern aus der Gilserberger Hochlandpraxis ja etwas helfen.

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Gilserberg startet ins IKEK

Gilserberg, Schwalm-Eder-Kreis, Hessen – 14.02.2019 (imL) 

Auftakt zum IKEK Gilserberg

IKEK steht für Integriertes-Kommunales-Entwicklungs-Konzept und betrifft im ländlichen Raum alle Bürger/innen. Doch wie kann so ein auf den ersten Blick trockenes Thema spannend sein oder sogar Begeisterung auslösen?

Die über 100 Besucher der Auftaktveranstaltung IKEK in der Hochlandhalle bekamen jedenfalls viele informative Anregungen und Mutmacher zur künftigen Gestaltung der eigenen Lebensumgebung. Und so drehten sich die anschließenden Gespräche an den abschließenden Stehtischrunden bereits um erste konkrete Projektideen. Es ging um den unmittelbaren Lebensraum, das umeinander Kümmern, Mobilität, Jugend, Demographie, das Wohlfühlen im eigenen Dorf, Internet und vieles mehr – alles Zeichen, dass der Funke übergesprungen war. 

In seiner Begrüßung drückte Bürgermeister Rainer Barth seine Freude aus, dass Gilserberg nun zu den acht hessischen Kommunen gehört, die 2018 für eine intensivere Dorfentwicklung ausgewählt wurden. Damit stehen der Gemeinde höhere Fördermittel des Landes Hessen in Aussicht. Mit Blick auf den modernisierungsbedürftigen Zustand der Hochlandhalle würde er gern hier schon ein Projekt vorschlagen. Aber an der Erarbeitung des Gesamtkonzepts ist die Steuerungsgruppe maßgeblich beteiligt, in der sich Akteure aus den einzelnen Orten zusammengefunden haben und die Herr Barth im Anschluss unter Applaus der Gäste einzeln vorstellt.

Förderungen

Friedhelm Beckmann und Stefan Cichosz, zuständig beim Landkreis Schwalm-Eder für die Dorf- und Regionalentwicklung, zeigten die Möglichkeiten der Dorferneuerung auf und gingen auf die Förderangebote für die gemeindlichen und privaten Vorhaben ein. Gilserberg selber kann dabei auf einen erhöhten Fördersatz von 75 % der förderfähigen Nettokosten hoffen – für die angespannten Gemeindefinanzen ein Segen. Private Vorhaben an prägenden Gebäuden in den Ortskernen sind bereits mit 35 % bis zu einer Höhe von 35.000 € bzw. 45.000 € (Kulturdenkmäler) dabei.

Demographische Entwicklung?

Hartmut Lüdeling, Geschäftsführer des Planungsbüros ARGE Dorfentwicklung, machte in seinem Vortrag auf die Bildungsmigration vom Land in die Ballungszentren aufmerksam. Es sei gut, wenn die jungen Menschen für ihre Bildung in die Städte gehen. Schlecht allerdings, wenn sie nach der Ausbildung dort bleiben. Genau deshalb soll Gilserberg zu einem Magnet werden, der auf vielfältige Art auch gut ausgebildete Menschen wieder anzieht.

Hausarzt Nils Wagner-Praus, Schulleiter Frank Siesenop und der Unternehmer Jürgen Viehmeier setzten mit ihren Einschätzungen zur weiteren Entwicklung von Gilserberg erste Wegmarken für die kommende Arbeitsphase. Dazu warben Projektleiter Helge Jung und die Stadtplanerin Mandy Wolters von der ARGE für die in den kommenden Monaten stattfindenden Zukunftswerkstätten und Arbeitskreise. Es sind alle Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen, ihre Ideen zu einem lebens- und liebenswerten Gilserberg mit seinen Ortsteilen einzubringen. Ein leicht ausfüllbarer Fragebogen soll dabei helfen, der in Kürze an alle Gilserberger verteilt wird.

Eine ortsansässige Bäckerei hatte im Anschluss ein ansprechendes und leckeres Buffet vorbereitet. In diesem entspannenden Rahmen machte der erste Ideenaustausch mit den Referenten wirklich richtig Freude, so dass die meisten Besucher noch über das offizielle Veranstaltungsende hinaus länger blieben. Sie sprachen dabei Schulbuszeiten, Nutzungskonzepte für die Schwimmbäder, Tourismusideen, Lebensmittelladen, schnelles Internet, Natur- und Wasserspielplätze und viele weitere Themen an und sorgten damit für einen gelungenen und informativen Abschluss.

Aktuelle Informationen rund um das Thema IKEK finden Sie auf der Homepage der Gemeinde unter www.gilserberg.de

 

Ansprechpartner:

Gemeinde Gilserberg, Bahnhofstr. 40, 34630 Gilserberg

ARGE Dorfentwicklung GbR, Bad Meinberger Str. 1, 32760 Detmold

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Dorfgemeinschaftszentrum Ehringhausen

Wir freuen uns über die Mitteilung des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung zu einem Projekt aus dem von uns betreuten IKEK Geseke (Seite 100 ff.) und senden unsere herzlichen Glückwünsche an die Dorfgemeinschaft Ehringhausen und die Stadt Geseke.

Toll, wie Ihr allen Widrigkeiten in den neu veränderten Förderlandschaften zum Trotz Kurs gehalten habt. Obwohl es dabei viele Rückschläge gab, habt Ihr mit großer Kreativität, genügender „westfälischer Sturheit“ und Beharrlichkeit Euer großes Ziel erreicht.

Hier der Originaltweet des MHKBG vom 7.2.2019:

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IKEK: Petershagen und seine 29 Dörfer enkeltauglich machen!

Am Samstag den 14.01.17 startete die Stadt Petershagen in der Sekundarschule Lahde mit einer Auftaktveranstaltung in den öffentlichen Teil der Aufstellung eines IKEK (Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept). Petershagen liegt im nordöstlichsten Zipfel von Nordrhein-Westfalen, hat zur Zeit 26.000 Einwohner, die sich auf 212 Quadratkilometer Fläche und 29 Dörfer und Stadtteile verteilen. Die Landeshauptstadt Düsseldorf ist 2 1/2 Fahrstunden entfernt, Hannover in Niedersachsen jedoch nur 50 Minuten.

Nachdem im Oktober 2016 der Bewilligungsbescheid der Bezirksregierung Detmold vorlag, wurde ARGE Dorfentwicklung aufgrund einer Ausschreibung mit der Betreuung und Durchführung des IKEK beauftragt.

Hier der Bericht von der spannenden Veranstaltung:

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Michael Buhre stellt die Planungen der Stadt Petershagen vor

Natürlich stürzen wir uns voller Begeisterung in die Vorbereitungen. Zu unserer Freude wurden Frau Ute Kerlen aus Arminghausen und Prof. Dr. Henning Austmann als Referenten und der ehemalige Mindener Bürgermeister Michael Buhre als Referent und Moderator gewonnen. Vorbildlich und punktgenau führt Herr Bürgermeister Dieter Blume durch das Programm.

Nun ist es soweit, die Schule füllt sich trotz der frühen Morgenstunde mit fast 200 Bürgerinnen und Bürger aus Petershagen und seinen dazugehörenden Dörfern. Herr Bürgermeister Blume begrüßt alle Gäste und die Referenten.

Für eine Kultur des Mitmachens und Anpackens

Nun bekommt Prof. Dr. Henning Austmann das Mikrofon und der Funke der Begeisterung springt schnell über. Sehr authentisch, mit viel Engagement und Freude nimmt er uns mit in den Prozess Dorfentwicklung in Flegessen, Hasperde und Klein Süntel. Henning Austmann ist Hochschulprofessor in Hannover, privat lebt er in Flegessen und dort ist er von Anfang an „Dorfentwickler“ und mitten drin in der „Ideenwerkstatt Dorfzukunft“. Unabhängig von Alter, Beruf und Bildung werden alle Bürger immer wieder eingeladen. Ihre Ideen werden gehört und gewertschätzt, auch wenn sie noch so „versponnen“ sind. Erst einmal gibt es kein gut oder schlecht, kein richtig oder falsch, kein machbar oder verrückt. Alle Ideen und Träume sind willkommen. Sie werden zusammen getragen, um alle drei Dörfer enkeltauglich und zukunftssicher zu gestalten.

Prof. Dr. Austmann erzählt von vielen Wünschen und Träumen der Dorfbewohner, die in über 80 Projekten Eingang finden, darunter der Dorfladen „Das Süntellädchen“, eine Webseiten usw. Als nächstes Projekt soll das alte Pfarrhaus von Flegessen erworben und umgestaltet werden.

Natürlich gibt es auch nicht (oder noch nicht) umsetzbare Ideen. Dann braucht es Geduld und Flexibilität. Prof. Austmann ist besonders stolz darauf, dass bisher alle Projekte ohne Fördermittel allein durch das Engagement der Dorfbewohner realisiert wurden. Dazu braucht es allerdings die Begeisterung und den praktischen Gestaltungswillen der Bürgerinnen und Bürger.

Die mitreißende Freude, die immer wieder zwischen seinen Worten aufblitzt, greift Bürgermeister Blume auf. Er wünscht sich für Petershagen und seine Dörfer auch so ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl, wo alle zum Wohle aller mittun.

Der Stadtrat sieht die Chancen des IKEK

Michael Buhre berichtet anschließend davon, wie sich der Stadtrat und die Verwaltung von Petershagen auf das IKEK vorbereitet hat. Im Mai letzten Jahres hatten sich die Ratsmitglieder an einem Intensivwochenende mit der Entwicklung der Gesamtstadt befasst und ihre Leitsätze für eine gute Entwicklung ausgearbeitet. Diese können als „Leitplanken“ der künftigen Entwicklung  gesehen werden. Der Stadtrat hat diese dann anschließend parteiübergreifend beschlossen.

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Anregungen in der Pause

Nach einer Pause, die mit anregenden Gesprächen gefüllt war, schließt sich Dipl. Ing. Hartmut Lüdeling von der ARGE Dorfentwicklung an. In seinem Vortrag erklärt er kurz was IKEK im Grunde bedeutet und wie man wann, wo und bei welchen Projekten Fördermittel  bekommen kann. Die Förderbedingungen haben sich gegenüber früheren Perioden deutlich verändert und so kommt es bei den späteren Projekten auf die Erreichung von möglichst hohem Mehrfachnutzen an. Reine Verschönerungsmaßnahmen ohne weiteren Mehrwert werden es im landesweiten Auswahlverfahren wohl schwer haben, in die Förderung zu kommen.

Auch uns Mitarbeitern der ARGE ist es sehr wichtig, den Prozess der IKEK bei den Wünschen, Ideen, Sorgen, Träumen der Bürgerinnen und Bürgern zu beginnen. Sie leben schließlich in den Dörfern, sollen sich wohlfühlen und ein wirkliches Miteinander aufbauen. Denn ein tragendes Netzwerk funktioniert auch in Zeiten der Not und im Alltag, wenn Hilfe gebraucht wird. In solch eine Situation kann jeder Mensch geraten und darum ist dieses Miteinander, hinweg über alle Grenzen und Befindlichkeiten, so wichtig. Ein Dorfladen, ein Bürgerbüro, ein Café o.ä. dient nicht nur der reinen Versorgung, sondern ist auch ein lebendiger Treffpunkt, der in den meisten Dörfern vor allem dann fehlt, wenn die letzte Kneipe ihre Türen geschlossen hat.

Besonders gerne laden wir Schulkinder und Jugendliche ein zu Projekten, die ihnen am Herzen liegen zu verwirklichen. Immer wieder ergeben sich auch super Möglichkeiten bei: Jung hilft Alt und Alt hilft Jung. Aus Träumen und Ideen Machbares gestalten und auf den Weg bringen, dabei unmöglich Erscheinendes hinten anstellen, aber nichts verlieren, das ist uns wichtig.

Die ARGE Dorfentwicklung begleitet alle Prozesse bis zur Reife, lässt kein Dorf „im Regen stehen“ und sieht sich als ein Bindeglied zwischen Stadtverwaltung, Bezirksregierung und Bürgern. Das unterstützen wir mit Herzblut und Freude.

Dorfentwicklung macht Sinn und lohnt sich

Wie wichtig das Miteinander, die Vernetzung und Betreuung in einem kleinen Dorf ist, zeigt Ute Kerlen aus Arminghausen auf. Sie sagt ganz klar: „Ohne die Begleitung der ARGE Dorfentwicklung hätten wir das allein nie hinbekommen“. Das alte Spritzenhaus sollte verkauft werden. Die Dorfgemeinschaft hat dies verhindern können und nun soll darin ein Dorfmittelpunkt- und treffpunkt entstehen. Die damaligen Leerstände gibt es nicht mehr und die Dorfbewohner feiern auf der Dorfwiese ihr „Dinner in Weiß“ oder andere Feste. Zwar gibt es nicht jedes Jahr in Dinner, erzählt Frau Kerlen, aber wichtig ist, dass der Zusammenhalt viel enger geworden ist. Etwas gemeinsam zu planen und zu verwirklichen darf auch ruhig Spass machen.

Darin sind sich übrigens alle Referenten einig, dass man bei den IKEK-Treffen Spass haben und auch nach getaner Arbeit feiern darf.

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Fragen und Antworten zum IKEK Petershagen
von rechts: Prof. Dr. Henning Austmann, Ute Kerlen, Michael Buhre, Bürgermeister Dieter Blume, Dipl. Ing. Hartmut Lüdeling

Wird das Konzept etwas bewegen?

In einer anschließenden Gesprächsrunde kommen natürlich Fragen zum geplanten Konzept und es wird die Sorge geäußert, dass diese neuen Ansätze wieder in der Schubladen landen. Sicherlich können nach langen gegenteiligen Erfahrungen dabei nicht alle Skepsis ausgeräumt werden, jedoch spricht für die Wertigkeit des IKEK, dass es am Ende in einen verbindlichen Ratsbeschluss mündet, der die Grundlage der städtischen Finanzplanung sein wird. Bürgermeister Blume kann schließlich damit überzeugen, dass bereits im aktuellen Haushaltsplanentwurf ein nennenswerter Betrag in 2017  für entsprechende Maßnahmen vorgesehen ist. Genau dies spricht gegen das Verschwinden in der Schublade!

Alles in Allem ist es ein sehr schöner Samstagvormittag. Wir nehmen den Funken der Begeisterung mit nach Hause. Auf die kommenden Veranstaltungen in Petershagen und seinen 29 Dörfern und Stadtteilen mit all seinen Bewohnern freuen wir uns ganz besonders.

Ingeborg M. Lüdeling

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Unser Dorf hat Zukunft!

Veranstaltung am 8.12.2016 in Müllheim-Britzingen

Der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ wirft auch im Südwesten Deutschlands seine Schatten voraus. Der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauck, ist Schirmherr einer landesweiten Veranstaltungsreihe, die die aktiven Dorfgemeinschaften in Baden-Württemberg für eine Teilnahme an dem Dorfwettbewerb im nächsten Jahr begeistern wollen.

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Vortrag Britzingen © Manuela Heyd

Uns hat gefreut, dass die Akademie Ländlicher Raum Baden-Württemberg den Geschäftsführer der ARGE Dorfentwicklung, Hartmut Lüdeling in den badischen Weinort Müllheim-Britzingen eingeladen hat, auf einer dieser Veranstaltungen einen Fachvortrag zur Nachhaltigen Dorfentwicklung zu halten.

Der Dorfwettbewerb

Dr. Konrad Rühl vom Ministerium erinnert in seinem Grußwort an die Geschichte des Wettbewerbs, der 1961 als Dorfverschönerung-Wettbewerb begann und sich heute unter dem Motto: „Unser Dorf hat Zukunft“ mehr der Gesamtentwicklung der Dörfer befasst. Es geht um die Interessen der Dörfer und da sei der kommende Wettbewerb eine gute Gelegenheit, Bilanz zu ziehen und Erreichtes und künftige Planungen zu präsentieren. Ziel dieser Veranstaltung sei es, das bisherige niedrige Beteiligungsniveau anzuheben, da sich in der vergangenen Periode landesweit nur 50 Dörfer beworben hatten. Frau Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich aus Müllheim schließt sich an und gibt einen kurzen Überblick aus ihrer Sicht über die Ergebnisse und Visionen der Stadt Müllheim und ihrer Ortsteile.

Förderregelungen in Baden-Württemberg

Interessant sind die Förderbedingungen, mit denen Baden-Württemberg die ländliche Entwicklung vorantreiben möchte. Markus Weißer vom Referat 32 der Bezirksregierung Freiburg beschreibt die verschiedenen Förderinstrumente. Schwerpunkt ist das Programm ELR, das mit 52 Mio € allein aus Mitteln des Landeshaushalts finanziert wird. Zusätzlich werden EU-Mittel für das Programm MEPL zur Kofinanzierung eingesetzt. Aus diesem Budget stehen für das bekannte LEADER-Programm 12 Mio € für den Zeitraum 2014 – 2020 zur Verfügung. Der Ländliche Raum umfasst im Bundesland 69 % der Fläche und 35 % der Bevölkerung.

(Zum Vergleich umfasst der Ländliche Raum in Nordrhein-Westfalen 86 % der Fläche und es leben dort 46 % der Bevölkerung. Der vergleichbare Förderanteil beträgt 83 Mio €, kofinanziert durch EU-Mittel. Dazu kommen die Mittel aus dem LEADER-Programm .— eigene Ermittlungen)

DORV-Projekte

Der Architekt Jürgen Lauten, zugleich Ortsvorsteher aus Bühl-Eisental, berichtet von einem erfolgreichen Modell der Nahversorgung auf bürgerschaftlicher Basis, dem „DORV-Zentrum“ als Projekt für Menschen und Lebensräume. DORV steht dabei für Dienstleistung und Ortsnahe Rundum-Versorgung. Ziel dieser Projekte ist, nicht nur die dörfliche Grundversorgung mit Lebensmitteln im Ort zu sichern, sondern auch die anderen Bedürfnisse wie sozial-medizinische Versorgung, Behörden-, Post-, Bank,- Reinigungs- und andere Dienstleistungen auf machbarem Niveau gebündelt anzubieten. Darüberhinaus ist es wichtig, Räume für ein Miteinander und Kulturangebote zu vernetzen.

Herr Lauten berichtet begeistert von bürgergeplanten und umgesetzten Dorfläden, in denen auch Kinder wieder lernen können einzukaufen und die helfen, dass Menschen möglichst lebenslang in der gewohnten sozialen Umgebung selbstbestimmt leben können.

Nachhaltige Dorfentwicklung

Über die Erfahrungen der ARGE Dorfentwicklung bei der Erarbeitung eines nachhaltigen Dorfentwicklungskonzepts berichtet Hartmut Lüdeling unter dem Motto: „Gemeinsam mit Bürgern starke Dörfer schaffen“.

Dörfer sind kein Auslaufmodell sondern auch in größeren Gemeinden wichtige Zellen eines großen Organismus. Eine nachhaltige Dorfentwicklung stärkt in besonderer Weise das größere Ganze. Die Verteilung der Altersjahrgänge (Demographiebaum) ist ein wichtiges Hilfsmittel zur Beurteilung der Ausgangssituation. Gut ablesbar sind bei den meisten Dörfern die Zu- und Wegzüge der jungen Erwachsenen im Zuge deren Ausbildung. Meist sind es die jungen Frauen, die zuerst zum Studienort umziehen, ein paar Jahre versetzt folgen ihnen die jungen Männer. Dramatisch ist in vielen Orten, dass die Altersjahrgänge ab 90 unterrepräsentiert sind. Obwohl die meisten Deutschen in den eigenen vier Wänden alt werden möchten, ist leider das genaue Gegenteil Alltagsrealität: Der Lebensabend wird in einem Pflegeheim verbracht, das meist in andern Orten liegt.

Zur Nachhaltigkeit gehört, nicht nur das Dorf als Siedlung zu betrachten, sondern auch seinen gesamten Lebensraum, beispielsweise die gesamte Gemarkung. Am vorgestellten Beispiel wird oft schnell klar, dass die zur Verfügung stehende Fläche knapp ist. Allein 2.500 qm benötigt jeder Deutsche durchschnittlich für seine Ernährung, ca. 13.000 qm, wenn er in einem Haus mit Wärmedämmstandard 1985 mit Holz die Zentralheizung betreibt und der benötigte Wald nachhaltig bewirtschaftet ist. Das bedeutet, dass die Nutzung natürlicher Ressourcen ab mehr als 60 Einwohner/qkm schon eng wird und es deshalb überlebenswichtig ist, mit Grund und Boden sorgfältig umzugehen.

Die Nachhaltigkeit beruht auf 3 Säulen: Soziales, Natur und Wirtschaft, wobei die sozialen Beziehungen Motoren der Entwicklung sind. Deshalb ist die wichtigste Grundlage der Dorfkonzepte die aktive Bürgerplanung, also die Planung von unten (Bottom up). Gemeinsam werden die einzelnen Projekte erarbeitet und später auch gemeinsam umgesetzt. Häufige Projekte sind Dorftreffpunkt, Dorfbüro und Bürgernetzwerk, Dorfcafé mit Dorfladen. Zusammen mit dem Wunsch nach schnellem Internet steht also die Kommunikation und das Gemeinschaftserleben im Vordergrund.

Der Ablauf eines Entwicklungskonzeptes umfasst die wesentlichen Schritte 1. Dorfrundgang, 2. Dorfwerkstatt mit Stärken, Schwächen und Projektideen, 3. Arbeitskreise/Projektgruppen mit Leitbild, Vernetzung/Mehrfachnutzen und Projektsteckbriefen und 4. Bürgerplanungsrunde mit der Abstimmung Leitbild und der Priorisierung der Projekte und 5. eine Abschlussfeier. Im Hintergrund bleibt natürlich die schriftliche Erarbeitung des Konzepts, die Abstimmung mit Planungsträgern und zum Abschluss der wichtige Beschluss der Gemeinde, das fertige Konzept als Entwicklungsgrundlage anzunehmen.

Besondere Beachtung bekommt die Mitte des Dorfes und wenn es keine gibt, eine solche zu schaffen. Von einer starken Mitte profitiert auch die Umgebung und genau dies ist mit der von den ländlichen Entwicklungsprogrammen geforderten Innenentwicklung gemeint.

Wie solche Dorfmitten gestaltet werden können, zeigt der Landschaftsarchitekt Dietmar Herz mit den Arbeiten seines Architekturbüros aus Baden Baden unter der Überschrift: Dörfliche Freiräume gestalten, ein Beitrag zu mehr Lebensqualität.

Der DORV-Laden in Britzingen

Nach Beendigung des Programms gab es noch die Gelegenheit, den an den Vortragsraum angrenzenden DORV-Laden zu besichtigen. Dieser großzügig angelegte Raum lädt mit seiner Gemütlichkeit zum Verweilen ein und mit seiner Vielfalt zum Einkaufen. Die freundliche Bedienung hilft gern, die Waren in die Kasse zu tippen oder zu beraten, wenn Fragen auftauchen.

Die Atmosphäre ist angenehm und erinnert an einen Tante Emma Laden, nur ist jetzt alles moderner.

Bereichert fahren wir nach Hause und werden noch lange diesen Tag in guter Erinnerung behalten.

Danke noch mal an die Einlader/innen und an die Helfer im Hintergrund.

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Solidarische Ökonomie – Modell für Dörfer und Regionen

Finger

Foto: Paul Israel Singer (Quelle: ANTONIO CRUZ-ABR ; Antonio Cruz/ ABR / CC-by-sa-3.0 Brazil)

Stellen Sie sich vor, Sie leben in einem ländlich geprägten Ort einer strukturschwachen Region und der letzte große Arbeitgeber ist von der Pleite bedroht – das übliche Szenario wäre hier eine Wandlung zum Schlafdorf und langfristig der schleichende Niedergang des Dorfes durch den Wegzug junger Familien. Doch nun geschieht etwas bisher unvorstellbares – die Angestellten, die bislang um ihren Arbeitsplatz bangen mußten, werden plötzlich zu Eigentümern des Unternehmens, die damit ihre eigene Zukunft in die Hand nehmen.

Angesichts schrumpfender Infrastruktur und alarmierender Arbeitsplatzentwicklung in ländlichen Räumen lohnt es sich, die Aufmerksamkeit auf ein Wirtschaftsmodell zu lenken, das sich vor allem in Lateinamerika schon lange Zeit erfolgreich bewährt hat und auch als Vorbild für europäische Regionen taugen könnte. Ein Interview in der Süddeutschen Zeitung vom 03. August mit Paul Israel Singer beleuchtete anschaulich, wie ein solches Wirtschaften funktionieren und ganze Landesteile vor dem ökonomischen Niedergang bewahren kann. Singer ist als Staatssekretär bei der brasilianischen Regierung Berater für solidarische Ökonomie, die sich dort während der Rezession in den 80er Jahren ausbreitete und mittlerweile einen Anteil von 3 % an der gesamten Wirtschaftsleistung einnimmt.

Das Prinzip ist auf allen Ebenen auf einen einfachen Nenner zu bringen: Kooperation statt Konkurrenz – und dies gilt sowohl betriebsintern als auch im Zusammenspiel der Betriebe untereinander. Gerade für Unternehmen, die von der Pleite bedroht sind, und wo daher die Belegschaft angesichts der wirtschaftlichen Situation zu größeren Zugeständnissen bereit ist, um das wirtschaftliche Überleben zu sichern, kann dieser genossenschaftliche Weg die langfristig tragbarste Lösung sein, da kurzfristige Gewinninteressen hier für die Strategie keine Rolle mehr spielen.

Ob es sich um Produktionsgenossenschaften sein, die ihre Produkte untereinander austauschen oder um ehemalige Staatsbetriebe, die in Gemeinschaftseigentum überführt werden – entscheidend ist bei diesem Weg, dass das Interesse der Belegschaft vor dem Interesse der Banken rangiert, das Überleben des gesamten Unternehmens hat Vorrang vor Kapitalinteressen. So werden die Beschäftigten von abhängigen Lohnempfängern zu mitbestimmenden Genossen – dies bringt auch mehr Verantwortung und Mitbestimmung für das Personal mit sich und ist daher nicht überall selbstverständlich. Wenn jedoch der Beschäftigte gleichzeitig Eigentümer ist, hat er ein vitales Interesse daran, was im Unternehmen vor sich geht, man spricht hier von einer Interessen-Konvergenz.

Es liegt in der Natur der Sache, dass hier als Partner aus dem Finanzsektor hauptsächlich Institute der solidarischen Finanzwirtschaft infrage kommen, so z.B. Gemeindebanken, die sich im Besitz der Bewohner befinden. In Dörfern, wo sich bereits Gemeinschafts-Einrichtungen in Genossenschaftshand befinden oder ganze Dorfgenossenschaften ins Leben gerufen wurden, können diese Erfahrungen an weitere Wirtschaftszweige weitergegeben werden, wenn es darum geht, Arbeitsplätze und damit junge Familien am Ort zu halten. Mögen solche Beispiele weiter Schule machen und den ländlichen Raum am Leben erhalten – und damit möglichst viele ländliche Orte vor dem Schicksal eines Schlafdorfes bewahren!

Quelle: Südeutsche Zeitung; http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/paul-israel-singer-solidarische-oekonomie-ist-die-waehrung-der-arbeitslosen-1.2593270

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LEADER-Regionen in NRW ausgewählt

Am 21.05.2015 hat das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz die 28 Regionen bekannt gegeben, die künftig an dem LEADER-Programm der Förderperiode 2014 – 2020 teilnehmen. Insgesamt 75 Millionen Fördermittel stehen diesen Regionen zur Verfügung. Vorausgegangen war ein Wettbewerb, an dem sich 43 Regionen beteiligt hatten.

Wir beglückwünschen dazu alle Regionen, die zu den glücklichen Gewinnern gehören. Besonderer Dank gilt natürlich allen Beteiligten der Region „3 L in Lippe“ (Lage, Lemgo, Leopoldshöhe), deren großes Engagement unser Büro zusammen mit bzr, Bochum, begleiten durfte und die sich in Ostwestfalen neben dem „Kulturland Kreis Höxter„, „Nordlippe“ und „Südliches Paderborner Land“ als LEADER-Region erfolgreich qualifizieren konnten.

LEADER-Regionen_2014-2020

Karte der LEADER-Regionen NRW 2014 – 2020

Mit den Fördermitteln können die LEADER-Regionen Projekte im ländlichen Raum realisieren, die in den jeweiligen „regionalen Entwicklungskonzepten“ beschrieben und begründet wurden. Wesentliche Hilfe wird dabei ein professionell eingerichtetes „Regionalmanagement“ leisten.

Weitere Infos finden Sie auf der Seite des NRW-Ministeriums. Die vollständige Karte der LEADER-Regionen mit ihren Namen finden Sie hier.

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IKEK oder DIEK?

Oh je, schon wieder neue Akü’s (Abkürzungen) in der Dorfentwicklung! Das sollte uns jedoch nicht abschrecken. Tatsächlich verbergen sich hinter diesen Kürzeln interessante Möglichkeiten für kleine Städte und Gemeinden, eine sinnvolle und finanzierbare Zukunftsentwicklung voranzutreiben. Mit Veröffentlichung des Dorferneuerungsprogramms 2018 werden die Erstellung dieser Konzepte nicht mehr gefordert und bis auf Weiteres auch nicht gefördert.

DIEK = Dorfinnenentwicklungskonzept

In Nordrhein-Westfalen gab es diese Art des Konzepts schon in der Förderperiode 2007 – 2013. Sie bezieht sich auf Dorf oder einen ländlich geprägten Ortsteil und sollte folgende Kriterien erfüllen:

  • Analyse des Bestandes (Bevölkerungsentwicklung, Baulücken, Gebäudeleerstand, Infrastruktur)
  • Aussagen zur funktionellen Stellung des Dorfes innerhalb der Gemeinde
  • Stärken-Schwächen-Analyse
  • Ableitung des Handlungsbedarfes
  • Darstellung der Entwicklungsziele und Leitprojekte
  • Erarbeitung des Konzeptes unter Beteiligung der Bevölkerung vor Ort unter Berücksichtigung der demographischen Entwicklung und der Reduzierung der Flächeninanspruchnahme.

IKEK = Integriertes kommunales Entwicklungskonzept

Diese Konzeptart ist in Nordrhein-Westfalen neu. Die Länder Hessen und Sachsen-Anhalt haben diese Konzeptart eingeführt und bereits flächendeckend erste Erfahrungen damit gemacht. Wesentlicher Unterschied zum DIEK ist, dass sich das IKEK auf das gesamte Gebiet der jeweiligen Gemeinde bezieht oder zumindest mehrere zusammenhängende  Ortsteile der Gemeinde umfasst. Es empfiehlt sich die Beteiligung von Organisationen, Verbänden, Verwaltungen, Vereinen sowie Bürgerinnen und Bürger. Ein IKEK sollte folgende Punkte enthalten:

  • Bevölkerungsstrukturen der Gesamtkommune und der einzelnen Ortsteile (bisherige Entwicklung, Altersstruktur und Prognose)
  • Aussagen zur städtebaulichen Entwicklung, ebenfalls für die Gesamtkommune und einzelne Ortsteile (Baugebiete, Leerstand, Baulücken)
  • Aussagen zur sozialen und technischen Infrastruktur
  • Profile der einzelnen Ortsteile mit Stärken-Schwächen, Einschätzung der Zukunftsfähigkeit und deren Beitrag zur gesamtkommunalen Entwicklung)
  • Gesamtkommunale Stärken- und Schwächen-Analyse
  • Definition von gesamtkommunalen und lokalen Schwerpunkten / Handlungsfeldern
  • Darstellung der Entwicklungsziele und Leitprojekte.

IKEK’s werden von Stellen außerhalb der Verwaltung erarbeitet, die eine hinreichende Qualifikation nachweisen müssen. Für die Erarbeitung hat das hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung 2012 einen umfassenden Leitfaden erstellt.

Quellen / Weiterführende Informationen:

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