Digitale Dorfmoderation – Nicht nur in Zeiten von Corona ein interessantes Thema!

Corona-Krise – und jetzt?

Bleiben Sie bitte zu Hause (©Mario Hecker, Kalletal)

Bleiben Sie bitte zu Hause (©Mario Hecker, Kalletal)

Die Digitalisierung schreitet immer weiter voran, so auch in der Dorfentwicklung. Wie unabdingbar diese heutzutage geworden ist, führt uns die Corona-Krise vor Augen. In einigen Fällen tut sie dies schmerzlich, denn viele Gemeinden und Planungsbüros sind gar nicht auf eine umfassende Umstellung in eine digitale Arbeitswelt vorbereitet. So fehlt es vielerorts, gerade in den ländlichen Regionen, an einer verlässlichen und ausreichenden Breitband-Versorgung. Auch scheint es einen riesigen Pool an Software-Angeboten zu geben, die eine Kommunikation zwischen den einzelnen Akteuren erschweren. Fast jeder kennt WhatsApp und oft organisieren sich Gruppen und Vereine bereits über einen solchen Dienst. Aber was ist mit Skype, Zoom und Telegram? Was können diese Programme leisten und welche davon sind wirklich sinnvoll für eine reibungslose, aber auch spannende Dorfmoderation? Denn es reicht nicht aus, einen Vortrag auf Video aufzuzeichnen und diesen dann herumzuschicken. Es geht vielmehr um die Möglichkeit der Schaffung eines interaktiven Miteinanders, einer direkten Kommunikation per Bildschirm. Dafür müssen Tools her, die es ermöglichen, augenblicklich miteinander zu interagieren und zu jeder Zeit Fragen und Anregungen einbringen zu können. So als würde man sich direkt gegenüberstehen! Die Benutzung eines Computers sollte daher nicht als Hindernis gesehen werden, sondern eher als Chance zur Erweiterung unseres Kommunikationsrepertoires.

Digitale Lösungen

Smart City, Smart Country und das Digitale Dorf – schon längst ist eine fortschreitende Technisierung auch im Kontext des Stadt- und Landraums eingezogen. Ein einheitlicher Lösungsvorschlag ist zwar aufgrund der vielen, unterschiedlichen Kontexte kaum möglich. Diese Basis ist aber auch zeitgleich als Nährboden für immer neu entstehende Ideen zu sehen. Kluge Köpfe im ganzen Land entwickeln neue Herangehensweisen, die zwar erstmal für ihren eigenen Standort und ihren persönlichen Kontext gelten, aber auch allgemein gültige Erkenntnisse bringen, die wiederum allen von Nutzen sein können. So entstehen immer mehr (digitale) Netzwerke, die einen Erfahrungsaustausch ermöglichen und Synergien erzeugen.
Der virtuelle Raum ist aber nicht jedem bekannt und zugänglich – sei es aus technischen Gründen oder aus Angst vor dem Unbekannten. Dies gilt es in einer ersten Hürde zu überwinden, zum Beispiel durch das Angebot von niederschwelligen Kommunikations- und Informationsprozessen. Hier muss man das Rad nicht neu erfinden, es gibt unzählige Angebote online. Einen Einstieg in die ganze Thematik bietet beispielsweise die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V. mit ihrem Projekt „Landleben Digital“. Dieses Angebot richtet sich an alle Interessierten, die die Digitalisierung in ihrem Ort vorantreiben wollen. Es werden unterschiedliche Publikationen angeboten, die kostenfrei zur Verfügung stehen und darüber hinaus auch die Möglichkeit, sich für die Teilnahme an den Digital-Werkstätten zum Thema „Kommunale Digitalstrategie“ anzumelden.
Die Nutzung von digitalen Angeboten hat aber längst schon Eingang gefunden in unseren Alltag. Die Dorf-Apps werden immer beliebter, der Busfahrplan kann über eine App eingesehen werden und vermehrt treten Coworking-Spaces auf. Aber auch Kommunen setzen immer mehr auf ein digitales Angebot, sei es durch die Betreibung einer informativen Homepage oder durch das Angebot eines Online-Bürgerserviceportals oder eines online verfügbaren Mängel-Melders. Dies führt zu kürzeren Laufwegen und der Einsparung von Verwaltungskosten, deren Ersparnisse wieder in andere Projekte einfließen können. Es gilt, das Dorf – und damit das persönliche Umfeld – digitaler zu gestalten und dieses auch in den Prozess der Dorfentwicklung umzusetzen. Die Erstellung von Konzepten wie dem IKEK muss mit den Bürgerinnen und Bürgern zusammen geschehen! In heutiger Zeit dann zwar nicht mehr in (größeren) Gruppen vor Ort, sondern in größeren Gruppen vor den Bildschirmen. Dorfentwicklung aus dem Wohnzimmer heraus lautet das aktuelle Motto und bietet einen neuen Ansatz – ganz im Zeichen der Zeit!

Unsere Aufgabe

Wichtig ist es, vor dieser Entwicklung nicht zu verzweifeln. Die Dorfmoderation funktioniert nur durch eine lebendige Kommunikation. Die Nutzung von digitalen Angeboten wird hier eine Brücke zwischen den Akteuren schlagen, auf der wir gemeinsam in das digitale Zeitalter schreiten. Die Umstellungsphase wird eine spannende Zeit darstellen und wir von der ARGE Dorfentwicklung stellen uns gerne der Herausforderung und freuen uns auf eine gemeinsame Zeit mit allen Akteuren und Interessierten!

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.