Stimmen für die Zukunft

Börninghausen/Eggetal. Mehr als 70 Bürger nahmen am Freitag, den 30.08.2013 in der Turnhalle der Grundschule Börninghausen ihre Zukunft in die Hand. In dieser weiteren Bürgerplanungsrunde sollten die Hauptprojekte des Dorfinnenentwicklungskonzeptes vorgestellt und bewertet werden.

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Über 70 interessierte Zuhörer verfolgten gespannt die Vorstellung der geplanten Projekte

Seit März hatte sich eine große Zahl engagierter Bürger zusammen mit dem Planungsbüro in 28 Sitzungen mit den unterschiedlichsten Themen und Problemen rund um das Eggetal befasst. Herausgekommen sind eine ganze Reihe von machbaren Lösungen, die Schritt für Schritt verwirklicht werden können. 20 dieser Vorschläge wurden nun in Plakatgröße den interessierten Eggetalern vorgestellt. Der Sprecher des Vereins „Wir im Eggetal“, Herr Jürgen Nenneker, fasste in seiner Begrüßung die wichtigsten Erkenntnisse der gemeinsamen Planungszeit mit seinen Höhen und Tiefen zusammen. Es sei eine Zeit mit sehr viel Engagement aller Beteiligten gewesen, hatten sich doch insgesamt 60 Bürgerinnen und Bürger in die verschiedenen Gruppen eingebracht und waren oft sogar mehrfach in unterschiedlichen Projekten aktiv. Der allgemeine Vertreter des Bürgermeisters der Stadt Preußisch Oldendorf, Herr Marco Steiner erinnerte in seinem Grußwort ebenfalls an die Möglichkeiten, die sich sowohl für die Bürger als auch für die Stadt durch diesen offenen Planungsprozess ergeben.

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Projekte mit Mehrfachnutzen – übersichtlich markiert.

Die Planer der ARGE Dorfentwicklungsplanung hatten die konkreten Maßnahmen in Steckbriefform aufbereitet und stellten sie zusammen mit den einzelnen Sprechern der Projektgruppen vor. Jeder Steckbrief war mit einer farbigen Werteskala versehen, in der der Nutzwert symbolhaft dargestellt wurde. Dieser ist der Durchschnitt von Wertigkeitsprüfungen aus insgesamt 11 betrachteten Handlungsfeldern. Hartmut Lüdeling von der ARGE hob hervor, dass nur Maßnahmen vorgestellt werden, die über einen deutlichen positiven Mehrfachnutzen verfügen, also in der Gesamtskala im sicheren grünen Bereich liegen.

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Vor den Maßnahmensteckbriefen herrschte reges Treiben, Diskussion und die „Qual der Wahl“.

Die beteiligten Sprecher der einzelnen Planungsgruppen ließen sich die Vorstellung der Projekte nicht nehmen. Engagiert traten sie für die Vorzüge „ihrer“ Maßnahmen ein und konnten – teilweise auch über den Kreis der unmittelbar betroffenen Nutznießer hinaus – die Eggetaler begeistern. So kam es denn auch spontan zu einer kleinen Änderung des Programmablaufes: Statt die Pause zu einem Austausch und der Vorberatung bei einem kühlen Erfrischungsgetränk zu nutzen, ließen es sich die Eggetaler nicht nehmen, sich sofort mit der Bewertung der einzelnen Maßnahmen zu befassen. So konnten denn nach wenigen Minuten die ersten Trends und Zwischenergebnisse festgestellt werden.

Der „Sieger“ war schließlich das Projekt „Umlegung Mühlenbach“ mit 13,6% der abgegebenen Stimmen. für Für Horst Kirchhoff als Initiator des Projektes Grund genug zum Aufatmen. Schließlich wird durch das Projekt nicht nur der bisher verrohrte Mühlenbach ökologisch aufgewertet und durch einen zusätzlichen Wanderweg das Eggetal zusätzlich interessanter, sondern es kommt dadurch auch die sehnlichst erwartete Sportplatzsanierung voran.

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Lageplan der geplanten Gewässerumlegung und die Situation am Sportplatz

Diese war ins Stocken geraten, nachdem bekannt wurde, dass die unter dem Spielfeld verlaufende Verrohrung sehr große Schäden aufwies und vor Beginn der Arbeiten aufwändig hätte repariert werden müssen. Auch die Stadt Preußisch Oldendorf kann aufatmen, denn schließlich spart sie durch die Offenlegung eine beträchtliche Summe, die sonst in die Rohrsanierung geflossen wäre. Nach Abschluss der Gewässerumlegung wird die nicht mehr benötigte Rohrleitung verfüllt und damit den künftigen Generationen unnötige Folgelasten abgenommen. Aufatmen kann auch der für die Unterhaltung des Mühlenbaches zuständige Wasserverband Große Aue. Er kann künftig leichter mit seinen Maschinen an das Gewässer und spart damit Aufwand für die Pflege des Bachlaufes. „Abfallprodukt“ dieser Pflege ist ein freier Uferrandstreifen, der wunderbar als „Pättken“ von Spaziergängern genutzt werden kann. Nebenbei entstehen am neuen Bach noch Kolke und Flutmulden, die zusätzlichen Speicherraum bei Hochwasser bieten.

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Matthias Wessel als Obmann für die Wanderwege präsentiert das erste Logo für die geplanten Wegemarkierungen des Eggetaler Panorama Rundweges.

Insgesamt zeigt die Abstimmung ein deutliches Interesse an 10 Leitprojekten, darunter setzt die Sanierung der Toilettenanlage in der Grundschule ein wichtiges Signal, dass die Eggetaler gewillt sind, wichtige Beiträge zum Erhalt ihrer Schule zu leisten. Die Neugestaltung des Kur- und Freizeitparks am Haus der Begegnung, die Wiederbelebung des Dorfladens, der Panorama Rundwanderweg, die Umgestaltung des Parkplatzes an der Kirche, das Seniorenwohnprojekt, ein barrierefreier Zugang zum Haus der Begegnung und die Einrichtung eines Dorfcafés wurden mit 10 oder mehr Punkten bewertet. Die anderen Projekte erreichten weniger Zustimmung, werden aber trotzdem in das Konzept aufgenommen und auf die Tagesordnung genommen, wenn die Zeit dafür reif ist.

Am Rande der Abstimmung war immer wieder zu hören, wie schwierig es ist, aus den vielen und wichtigen Projekten eine Auswahl zu treffen. Jeder Teilnehmer hatte nur 3 Punkte zu vergeben; eine Wahl, die sorgfältiges Abwägen erforderlich machte.

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Der künftige Werbeslogan.

Die zweite Entscheidung fiel eindeutiger aus. Aus vier Vorschlägen bestimmten die Hälfte der gesetzten Klebepunkte den Slogan: „Natürlich. Lebenswert. Im Wiehengebirge.“ als künftigen Werbeträger aus. Ein spannender Wahlspruch, in dem sich sogar mit „Natürlich“ und „Lebenswert“ zwei Leitziele der künftigen Dorfentwicklung widerspiegeln. Der dritte Part „Im Wiehengebirge“ weist tatsächlich auf das absolute Alleinstellungsmerkmal des Eggetals hin. Es ist nämlich das einzig nennenswerte Längstal in dem ansonsten relativ schmalen Höhenzug des „Wiehengebirge“ genannten Abschnitt des Weserberglandes.

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